

Ein Key Visual macht eine Marke auch ohne Logo erkennbar
Deckt das Logo ab. Was übrig bleibt und trotzdem nach der Marke aussieht, ist das Key Visual. Es ist das Leitmotiv einer Marke, ein Bild oder eine Bildwelt. Sie wiederholt sich über Website, Anzeigen, Präsentationen und Social Media. Sie macht die Marke erkennbar, bevor jemand den Namen liest. Das Logo sagt, wer spricht. Das Key Visual zeigt, wie sich die Marke anfühlt. Ein Logo hat jede Marke. Ein Key Visual haben nur die, die entschieden haben, wie ihre Bildwelt aussieht.
Geschrieben wird beides, Key Visual und Keyvisual. Gemeint ist dasselbe. Wichtiger als die Schreibweise ist, woher so ein Motiv kommt und was es aushalten muss.
Ohne Logo erkennbar, daran erkennt ihr ein Key Visual
Die Probe dauert zwei Minuten. Legt drei eurer eigenen Sachen nebeneinander, eine Anzeige, eine Präsentationsseite, einen Beitrag aus dem Feed. Deckt in allen dreien das Logo ab. Legt daneben dieselben drei Sachen von zwei Wettbewerbern, ebenfalls ohne Logo.
Wenn jetzt niemand mehr sagen kann, welche Seite zu wem gehört, habt ihr kein Key Visual. Ihr habt ein Logo, und daneben Bilder, die zufällig gerade verfügbar waren. Das ist der Normalfall und kein Grund für schlechte Laune. Es heißt nur, dass die Wiedererkennung an einer einzigen Stelle hängt.
Was die Probe besteht, sind wenige Dinge. Ein Bildstil, der sich durchhält. Eine Farbe, die nicht wechselt. Ein Motiv, das immer wieder auftaucht, mal groß, mal als Ausschnitt. Zusammen ergeben sie den Eindruck, den jemand hat, bevor er liest.

Ein Logo ist fest, ein Key Visual ist dehnbar
Ein Logo ändert sich nicht. Es ist überall dasselbe, auf dem Messestand wie im Browsertab, und es funktioniert auch in der Größe eines Daumennagels. Genau diese Härte macht es eng. Ein Logo kann keine Stimmung tragen und keine Geschichte erzählen.
Ein Key Visual darf sich bewegen. Es ist eher ein Prinzip als eine Datei. Dasselbe Motiv kann einmal eine ganze Seite füllen und einmal nur als Ausschnitt am Rand stehen. Es kann eine Aussage tragen oder ohne ein einziges Wort auskommen. Fest ist nicht das Bild, fest sind die Regeln dahinter.
Beides gehört zusammen, und beides entsteht spät. Beim Logo Design fangen wir nicht beim Logo an. Es kommt zuletzt, wenn feststeht, was es überhaupt zeigen soll. Das Motiv kommt aus derselben Bildsprache und aus derselben Entscheidung.
Ein Motiv kommt aus der Identität, nicht aus dem Moodboard
Am Anfang eines Projekts stehen Moodboards. Sie klären die Richtung, und sie klären sie schnell. Was sie nicht können, ist begründen. Ein Motiv, das nur gut aussieht, ist austauschbar. Ein Motiv, das aus der Markenidentität kommt, trägt eine Aussage und lässt sich verteidigen.
Deshalb ist ein Key Visual bei uns kein eigenes Produkt. Es fällt aus der Bildsprache ab. Die Bildsprache ist einer der Bausteine im Corporate Design. Daneben stehen Farben, Typografie und die Regeln, die alles zusammenhalten. Sichtbar wird darin, wofür die Marke steht.
Von dort führen zwei Routen zum Motiv. Die eine baut auf einem Satz auf, den die Marke über sich sagt, und macht daraus ein Bild. Die andere baut auf einem Prinzip auf, etwa einem Raster, einem Licht oder einer Bewegung, und wiederholt es über alle Flächen. Die erste Route wirkt schneller. Die zweite hält länger, weil sie ohne Text auskommt.
Ein Key Visual muss Formate aushalten, die es noch nicht gibt
Der häufigste Fehler ist, ein Motiv für eine Fläche zu bauen. Es entsteht für die Startseite, sieht dort großartig aus und bricht überall sonst. Ein Motiv wird deshalb gegen die Stellen geprüft, an denen es später wirklich steht.
- Formatfüllend auf einem großen Bildschirm, quer
- Hochkant auf dem Handy, wo fast nichts vom Querformat übrig bleibt
- Als kleines Vorschaubild, wenn jemand einen Link teilt
- Als Karte in einer Übersicht, neben fünf anderen Karten
- In einer Präsentation, hinter Text, den jemand anderes darüberlegt
Unsere eigenen Projektseiten öffnen mit einem Motiv über die volle Fläche, ohne ein einziges Wort darin. Für das Handy gibt es davon eine eigene Hochkant-Fassung, neu aufgebaut statt beschnitten. Ein Beschnitt hätte dort die Hälfte des Motivs gekostet.
Die Titelbilder dieses Blogs gehen den umgekehrten Weg. Sie kommen alle aus derselben Vorlagenfamilie, gleiche Gestaltung, wechselnde Farbe, wechselnder Titel. Jeder Beitrag sieht eigen aus und gehört trotzdem sichtbar dazu.

Ein Motiv, viele Stellen, eine Definition
Marken laufen selten durch eine falsche Entscheidung auseinander. Sie laufen auseinander, weil für jeden Anlass neu produziert wird. Die Anzeige bekommt ein eigenes Bild, die Messe ein anderes, der Bericht ein drittes. Jedes einzelne ist in Ordnung, zusammen ergeben sie nichts.
Wir halten es umgekehrt. Ein Motiv wird einmal festgelegt und danach überall benutzt, auf der Projektseite, auf den Leistungsseiten, in den Programmen. Es gibt zu jedem Motiv genau eine Beschreibung, und die gilt für jede Stelle, an der es auftaucht.
Das spart nicht nur Arbeit. Es ist der Grund, warum Wiedererkennung überhaupt entsteht. Ein Motiv, das jemand zum vierten Mal sieht, wirkt wie eine Marke. Vier verschiedene Motive wirken wie vier verschiedene Absender.
Und es setzt eine Grenze, die hilft. Wer ein Motiv mehrfach benutzt, merkt schnell, ob es trägt. Ein Bild, das beim zweiten Einsatz langweilt, war nie ein Key Visual.
Marke und Produkt, die zusammen wachsen.
In 30 Minuten klären wir, was bei euch ansteht und welches Programm dazu passt.
Häufige Fragen zu diesem Thema.
Bei unserem eigenen Produkt Jardis® ist es ein Aufbau aus Raster und Linien, dazu Markenmotive, die einen Satz auf einem farbigen Verlauf tragen. Beides kehrt auf der Website, in Artikeln und in Präsentationen wieder. Bei diesem Blog sind es die Titelbilder, die alle aus derselben Vorlage kommen.
In der Sache keiner. Beide Begriffe meinen das sichtbare System einer Marke, also Logo, Farben, Typografie und Bildsprache. Brand Design ist die englisch geprägte Schreibweise, Corporate Design die im deutschen Markt übliche. Wer beides nebeneinander hört, sollte nachfragen, was jeweils geliefert wird.
In dieser Reihenfolge. Zuerst steht fest, wofür die Marke steht und für wen. Danach entstehen Farben, Schriften und Bildsprache als System, und erst zum Schluss das Logo. Zuletzt kommen die Regeln und Vorlagen, mit denen euer Team selbst weiterarbeitet. Bei uns läuft das im Programm Headgent® Brand.
Passt zu dem, was ihr gerade gelesen habt.

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