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Website-Struktur planen, vom Ziel bis zur Navigation

„Welche Seiten brauchen wir?“ ist die naheliegende erste Frage, wenn eine Website-Struktur entstehen soll. Sie ist erst die dritte. Vorher klärt ihr, was die Website für euch erreichen soll und was eure Besucher auf ihr erledigen wollen. Danach folgen die Reihenfolge, die Namen und ganz am Ende die Navigation. Fachleute nennen diese Struktur auch Informationsarchitektur.

Bei uns legt ein Workshop von höchstens vier Stunden fest, welche Seiten es gibt, in welcher Reihenfolge jemand sie liest und was auf jeder steht. Erst danach wird gestaltet. Die sechs Entscheidungen folgen hier nacheinander, vom Ziel bis zur Navigation. Zu jeder gehört eine Frage, die ihr euch selbst stellen könnt. An mehreren Stellen zeigen wir, wie wir sie für unsere eigene Website beantwortet haben, auch dort, wo wir uns korrigieren mussten.

Am Anfang steht ein Satz, kein Seitenbaum

Schreibt in einem Satz auf, was eure Website erreichen soll. Nicht, was auf ihr stehen soll. Zum Beispiel soll sie Interessenten zeigen, was ihr könnt, und die Passenden zu einem Gespräch bringen. An diesem Satz lässt sich jede spätere Entscheidung prüfen.

Wofür die Website da ist, folgt aus dem, wofür eure Marke steht. Ist das noch offen, plant ihr eine Struktur für eine Firma, die es so noch nicht gibt. Oft hat eine Website zwei Ziele, etwa erklären und verkaufen. Das geht gut, solange jede Seite weiß, welches der beiden bei ihr Vorrang hat.

Besucher kommen mit Aufgaben, nicht mit eurem Organigramm

Die zweite Entscheidung betrifft die Menschen, die auf die Website kommen. Wer sind sie, und was wollen sie dort erledigen? Die Antworten sind keine Seitennamen. Es sind Aufgaben, die jemand in eigenen Worten beschreibt.

  • Verstehen, was ihr macht und für wen
  • Prüfen, ob ihr so etwas schon einmal gemacht habt
  • Herausfinden, was es kostet und wie lange es dauert
  • Die Menschen kennenlernen, mit denen man arbeiten würde
  • Einen ersten Termin ausmachen

Das Gegenbild ist eine Struktur, die eure Firma von innen abbildet. Dann bekommt jede Abteilung ihre Seite. Der Besucher muss erst euer Organigramm verstehen, bevor er etwas findet. Aufgaben dagegen lassen sich bündeln, und was zusammen erledigt wird, gehört in denselben Bereich.

Bei unserer eigenen Website liefen die Aufgaben auf zwei Fragen hinaus. Die eine lautet „Was könnt ihr?“, die andere „Wie fangen wir mit euch an?“. Daraus sind zwei Achsen geworden, die bewusst nicht dasselbe tun. Die Leistungsseiten erklären einzelne Disziplinen. Die Programme bündeln sie und führen zur Anfrage.

Am Ende dieser Entscheidung steht eine Karte. Sie zeigt die Bereiche und wie sie zusammenhängen, noch bevor eine einzige Seite gestaltet ist. In unserem eigenen Produkt Jardis® zeichnen wir dieselbe Art Karte für Software.

Vier helle Karten mit den Namen Checkout, Ordering, Catalog und Billing auf dunklem Grund im Jardis®-Editor, durch dünne Linien miteinander verbunden
Eine Karte aus Bereichen.

Aus Aufgaben werden Seitentypen, und manche Aufgabe braucht keine Seite

Erst jetzt kommt die Frage nach den Seiten. Sinnvoller ist sie als Frage nach Seitentypen. Eine Leistungsseite, eine Referenz, eine Kontaktseite. Jeder Typ hat einen festen Aufbau, und eine neue Seite füllt ihn mit eigenem Inhalt.

Gebaut wird dann aus Bausteinen statt aus lauter Einzelstücken. Das spart Arbeit beim Gestalten und später bei der Pflege. Und wer eine Leistungsseite gelesen hat, kennt den Aufbau der nächsten schon.

Genauso wichtig ist die Gegenprobe. Braucht diese Aufgabe überhaupt eine eigene Seite? Wir hatten eine Übersichtsseite für unsere Programme gebaut und haben sie vor dem Start der Website wieder aufgelöst. Welches Programm passt, klären wir im Erstgespräch.

Jede Seite hat ein Davor und ein Danach

Die vierte Entscheidung legt fest, in welcher Folge jemand die Seiten liest. Fragt für jeden Seitentyp, woher ein Besucher kommt. Und fragt, wohin er als Nächstes gehen soll. Eine Seite ohne Danach ist eine Sackgasse, auch wenn sie gut aussieht.

Bei uns stehen gegen Ende jeder Leistungsseite die Programme, in denen diese Leistung steckt. Wer verstanden hat, was wir unter Markenstrategie verstehen, sieht dort, wie man damit anfängt. So führt die Erklärung zur Anfrage, ohne dass jede Seite verkaufen muss.

Innerhalb einer einzelnen Seite gilt dieselbe Logik für die Folge der Abschnitte.

Seiten heißen so, wie eure Besucher fragen

Erst wenn Seiten und Folge stehen, bekommen sie Namen. Der Name ist das Wort, das jemand in der Navigation sucht oder bei Google eingibt. Interne Begriffe gehören deshalb nicht hinein, auch wenn das ganze Team sie täglich benutzt.

Eine einfache Probe hilft. Schreibt die Namen auf Karten und dazu je einen Satz, was auf der Seite steht. Lasst jemanden von außen die Namen den Sätzen zuordnen. Wo er danebenliegt, ist der Name falsch und nicht der Leser.

Besondere Sorgfalt brauchen Sammelbegriffe. Ein Wort für eine Gruppe von Seiten muss sagen, was die Gruppe gemeinsam hat. Unsere gebündelten Angebote heißen überall Programme, nie Pakete.

Die Navigation ist das Sichtbarste an einer Struktur, deshalb liegt es nahe, mit ihr anzufangen. Sie gehört trotzdem ans Ende, weil sie nur abbildet, was vorher entschieden wurde. Und sie muss nicht alles abbilden.

Eine Struktur hat drei Orte für Verbindungen. Die Navigation oben ist knapp und führt zu den Hauptaufgaben. Der Footer darf vollständig sein. Die Links im Text führen in die Tiefe, genau dort, wo ein Gedanke auf eine andere Seite verweist.

Unsere Navigation hat nur zwei aufklappbare Menüs, für Programme und Leistungen. Arbeiten und Über uns sind einfache Links, dazu kommt die Schaltfläche für ein neues Projekt. Den Blog findet ihr dort nicht. Er steht bewusst nur im Footer, weil Lesestoff eine Navigation verwässert, die zu einem Projekt führen soll.

Wie leicht der dritte Ort vergessen wird, haben wir an uns selbst gesehen. Bei einer Prüfung am 1. Oktober 2026 verlinkte keine Seite außerhalb des Blogs einen einzigen Artikel. Die Blog-Übersicht zeigte Suchmaschinen nur sechs von sechzehn Artikeln, der Rest hing hinter einer Schaltfläche zum Nachladen. Beides ist inzwischen behoben. Geblieben ist die Lehre, dass eine Struktur auch aus Links besteht, die in keinem Menü auftauchen.

Im Website Design legen wir Seiten, Reihenfolge und den Inhalt jeder Seite gemeinsam mit euch fest, bevor der erste Entwurf entsteht. Wer die sechs Entscheidungen selbst trifft, braucht vor allem den Mut, eine Seite wegzulassen.

Marke und Produkt, die zusammen wachsen.

In 30 Minuten klären wir, was bei euch ansteht und welches Programm dazu passt.

Häufige Fragen zu diesem Thema.

RolfNiklas

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Meist als Baum aus Bereichen. Oben steht die Startseite, darunter die Hauptbereiche und darunter die einzelnen Seiten. Quer dazu verbinden Links im Text Seiten aus verschiedenen Bereichen. Wie der Baum genau aussieht, hängt davon ab, was eure Besucher auf der Website erledigen wollen.

Alles, was eure Besucher brauchen, um ihre Aufgabe zu erledigen. Bei einem Unternehmen mit Angebot sind das eine Erklärung der Leistungen, Referenzen als Beleg, die Menschen dahinter und ein einfacher Weg zum Kontakt. Was keine Aufgabe trägt, gehört nicht auf die Website, auch wenn es intern wichtig ist.

Webdesign. Die Ordnung dahinter heißt Informationsarchitektur. Gemeint ist, welche Seiten es gibt, wie sie heißen und wie sie verbunden sind. Sie kommt vor der Gestaltung, denn ein Entwurf macht einen Plan sichtbar, den es vorher geben muss.

Oben steht der Kopfbereich mit Logo und Navigation. Darunter folgt der Inhaltsbereich, der auf jeder Seite anders ist. Unten schließt der Footer ab, oft mit Kontakt, rechtlichen Seiten und einer vollständigen Übersicht. Für die ganze Website spricht man von Startseite, Hauptbereichen und Unterseiten.

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